SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

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97980 Bad Mergentheim
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Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

ARTHRALGIE

Der Begriff Arthralgie (lat.: Arthralg ia) stamm t aus dem griechischen und setz t sich zusammen au s den Wortteilen ar thros (= Gelen k) und a lgos (= Schmerz). Es handel t sich also um Gelen kschmerzen.

Eine Arthralgie kann prinzipiell von jeder Gelenkstru ktur ausgehen.

Nich t selten kann aber die genaue Ursache einer Arthralgie trotz sorgfältiger Untersuchung und A namnese (= Erhebung der Vor geschichte) gar nich t eindeu tig bestimmt werden.

Bildquelle: http://wiki.dav-oberland.de

Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer Arthralgie können seh r unterschiedlich sein. Häu fig treten Schmerzen zunächs t nur am Anfang einer Bewegun g auf (z.B. als An laufschmerzen im Bereic h der Hüf t-, Kn ie - oder Fußgelenk e). I m weiteren Verlau f gehen diese in einen Bewegun gsschmerz über und s päter treten dann noch Ru heschmerzen hinzu.

Gelen kschmerzen können grob in 2 Gruppen unterteilt werden:

  1. Arthragie die auf eine Eigener krankung des betroffenen Gelen ks zurückzuführen is t, und

  2. Arthralgie bei Gelenken tzündung (Arthrit is) infolge einer System erkrankung

Die einzelnen Ursachen

Ad 1 Eigenerkrankungen

Ad 2 Systemerkrankungen

Gelenkentzündungen (Arthritis): Meis t sind dabei meh rere Gelenke bet roffen. In dieser Gruppe dür ften rheumatische bzw. rheum atoide (= rheumaähnliche) Ursachen dom inieren.
Bei d er primär chronischen Polyarthritis (Pc P), auch rheum atoide Arthritis oder Polyarthritis rheumat ica genannt, handel t es sich um eine chron ische, unterschiedlich fortschreitend verlau fende, entzündliche, destru ierende (= mit Zers törung einhergehenden) Gelenkserkrankung m it Beteiligung aller
Gelenkstruk turen. Es besteht eine Ten denz zur Bewegungseinschrän kung bis zur An kylosierung (= vollständige Gelenk steife), aber auch zum Stabil itätsverlust der Gelenke, Beteil igung von Sehnenscheiden (Ten dosynovitis) und Sehnen mit en tsprechenden Folgezuständen. Vor allem in Gelen knähe kommt es zu Bildung von R heumaknoten unter der Hau t. Typisch sind auch Mus kelatrophien (= Verringerung der Mus kelmasse), vor allem im Bereich des Han drückens und der Oberschen kel.
Es können auch Ar terien befallen werden, die dan n eben falls entzündlich reag ieren (Vaskulitis). Selten sind auc h Herz, Lungen u nd Augen beteilig t.
Auc h Stoffwechselerkrankungen kön nen zu einer
Arthritis u nd damit zu einem Gelen kschmerz füh ren. Zu nennen wäre dabei die Har nsäuregicht (Arthritis urica). Davon sin d hauptsächlich Groß zehengrundgelenke Mittel fuß und Sprunggelenke bet roffen.
Im Jugendal ter kann eine Arthralgie im Rah men einer systemischen ju venilen chronischen Art hritis (Still Syndrom) auf treten, eine meist sym metrisch verteilte Pol yarthritis
(= En tzündung in mehreren Gelenken). Begleiten de Krankheitszeichen sind Fie ber, Milz- und Leber vergrößerung sowie Lymph knotenschwellungen.
Auch die Schu ppenflechte (Psoriasis) kann z u einer Arthralgie füh ren. Bei der Psor iasis-Arthritis (Schuppen flechtenartthritis) handelt es sich u e ine fortschreitende, gelenkzerstörende Er krankung, bevorzugt an Hän den und
Füßen.

Bei oder n ach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mum ps, Röteln, Wind pocken) kann es e benfalls zu einer Arthralgie kommen, sog. parainfektiöse reaktive Arthritiden.


Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut (= p lötzlich einsetzend, hef tig) und su bakut (= eher schleichend verlau fend) können zu nächs
t (vorwiegend) per ipher wirkende Analgetika (= Schmerzm ittel, die am Ort der Schmerzen tstehung wirken) eingesetzt werd en, insbesondere sog. nich t steroidale Antirheumatika (= Rheu mamittel), aus d ieser Gruppe mögl ichst lang wirkende und magenschonende w ie z.B. Mobec®). Beson ders magenschonend und auch en tzündungshemmend sind die sog. COX-2 I nhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynas tat®) oder Eto ricoxib (Arcoxia®), allerding s scheint diese Stoff gruppe mit einem Herz-/Kreis lauf-Risiko verbunden zu sein, zu m indest bei längerer Therapiedauer. Es bleib t abzuwarten, ob Parecoxib u nd Etoricoxib nich t auch noch vom Mar kt genommen werden, w ie schon andere Mittel d ieser Stoffgruppe zuvor.
Nach einer im Jou rnal of the American Med ical Association (JAMA) ver öffentlichten Studie über Sch merzmittel soll das auch be i einem Gelen kschmerz häu fig verschriebene Mittel Di clofenac das Risiko eines Herz infarkts um 40 Prozen t erhöhen. (Quelle)
Bei stär
keren schmerzhaften Muskelvers pannun gen können darüber h inaus auch Muskelrelaxanzien (= Mi ttel zur Muskelentspannung) (z.B. Nor flex®, Mydocalm®) verord net werden.
Manch
mal ist aber eine Arthralgie nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tra madol, Valoron N®) (= im Geh irn bzw. Rückenmark w irkende Schmerzmittel) be herrschbar.
Grundsätzlich soll
te aber auch be i einer Arthralgie eine längerfristige Sch merzmittelverordnung wegen der Gefah r der Gewöhnung oder g ar Abhängigkeit verm ieden werden.
Die Komb
ination mit schmerzdistan zierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Dep ression, u.a. aber au ch bei einer chronischen Arthralgie hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) h ilft in vielen Fäl len Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behand lung mit einem örtlichen Betäubun gsmittel):
Be
i einer anhaltenden, chronischen Arthralgie soll ten rechtzeitig al ternative Methoden eingesetz t werden. Eine sehr w irksame Al ternative, ohne jedes Gewöh nungs- oder Suchtpoten tial, ist d ie therapeutische Lokalanästhesie m it einem lang wirkenden ör tlichen Betäubungsmittel (z.B. Bu pivacain) in Form von örtl ichen Betäubungen und Nerven blockaden. Dabei werden d ie schmerz haften Gelenke wiederhol t (stationär bei uns z wei mal täglich) großzüg ig perikapsulär (= um die Gelenk kapsel herum) infiltrier t.
Schmerzhaf
te Gelenke können auch mit "Zee l" umspritzt werden, was m anchen Patienten m it "homöopathischer" Grun deinstellung seh r entgegen kommt.
Als nächs
t höhere Therapiestufe kom men engmaschig (z.B. 1-2 mal täglich) wiederholte Ner ven - bzw. Leitun gsblockaden in Fr age, in hartnäckigen Fäll en auch kont inuierlich mit vorübergehend eingepflanz tem Katheter*.

Ne rven und Nervengeflechte:

zugehör ige Gelenke:

----Plexus brach ialis:

El lenbogen, Hand - und Fin gergelenke, interskalenär*

ode r mit der re trograd hohen Varian te** kann auch das

Schul tergelenk erreicht werden

----Plexus lumbalis (m ittels N. femoral is-Katheter):

Hüf tgelenk

----N. femoral is:

Kniegelen k

----N. ischiadicus:

Fu ßgelenke

* Einpf lanzung des Katheters im un teren, seitlichen Halsbereich
** Einpflanzung am Oberar
m und Abstauung währen d der Katheterfüllung

Grundsätzl ich wird das Lokalanästhetikum (= ör tliche Betäubungsmittel) jeweils so v erdünnt verabreicht, daß n u r die Sensibilität (= u.a. Sch merzempfindung) betroffen is t, die Motorik (= Muskel funktion, Muskelkraft) aber erhalten bleib t und somit begleitend in tensive, gelenkfunktionserhaltende sow ie funktionsfördernde kran kengymnastische Übungsbehandlungen mögl ich sind, bzw. bei einem st ärkeren Schmerz durch Hemmung der Noz izeption (= Schmerzreizleitung) erst mögl ich werden. Diese Nerven blockaden haben dar über h inaus einen sehr gü nstigen Nebeneffekt: Durch die gleichzei tige Blockade vegetativer Nerven faseranteile komm t es im korrespondierenden Gewe bebereich zu einer sehr deu tlichen Durchblutungssteigerung, die jedem entzündl ich/ degenerativen Prozeß nachha ltig entgegenwirkt. In d iesem Sinne ist diese Behand lung nicht nur sym ptomatisch (= nicht nu r auf den Schmerz gerichtet), so ndern bei einer entzündlich bed ingten Arthralgie sogar kurativ (= heilend).

* Be i der so g. kontinuierlichen Blockade m it Katheter wird de r dünne Kunststoffsch lauch vorübergehend (z. B. 14 Tage lang) dich t an Nerven geflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Ein pflanzung erfolg t durch eine han delsübliche Kanüle h indurch, es mu ß also nicht „aufgesch nitten“ werden. In der Fo lge wird über d iesen Katheter meh rmals täglich, jeweils n ach Abkl ingen der voran gegan genen Dosis, das örtl iche Betäubungsmittel völl ig schmerzfrei nachgespri tzt. In best imm ten Fällen kann zur Verabreich ung des örtlichen Betäubungs mittels du rch den Katheter hin du rch auch eine kleine Pum pe angesch lossen werden. Nach n eueren Erkenntnissen ver mag eine so intensive, l ängerfristige Blockadebehandl ung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu l öschen.

Physikalische Therapie:
Auch e
ine Elektrostimulation kann be i einer chronischen Arthralgie eine Beschwerdel inderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation m it Niederfrequenzgenerator (T ENS) hat den Vor teil, daß sich die Patien ten bei Bedarf selbst behan deln können. Die Elektroden we rden paarig über dem be troffenen Gelenk aufgeklebt. Durch Verän derung der Stimulations frequenz und der El ektrodengröße kann die Wirkung op timiert werden.
Eine weitere physikalische Behandl
ungsmöglichkeit ist die oberflächl iche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir ver wenden einen elektrischen Kal tluftgenerator, dessen Luftstrom au f ca. -10 bis - 15 Grad C abgekühl t ist.
Auch e
ine so g. Hochtontherapie kann sehr hil freich sei n und wie auch d ie Magnetfeldtherapie zu ein er Sch merzlinderung führen.
Die Verordnung von gewöh
nlichen Massagen ist auch be i einer Arthralgie nich t sinnvoll. Für den Patien t mag diese Behandlung zwar an genehm sein, aber unter schmerztherapeu tischem Aspekt bringt sie wenig und füh rt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu un
verzichtbar ist bei einer Arthralgie aber die heilgymnastische Therapie, da meis t nur diese geeig net ist, Gelenkfunktionen zu förder n bzw. zu er halten.

Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit hal
ber darf die Akupunktur (Schmerzakupun ktur) nicht unerwähn t bleiben.
Hyp
noide (= bewußtseinsverändernde) Verfah ren w ie autogenes Training o der progressive Relaxation nach Jako bson sind im Rah men einer psychologischen Mitbetreuung eine sinn volle Ergänzung der Gesam tstrategie. Bei einer anhaltenden Arthralgie ist auch ein Schmerz bewältigungstraining sinnvoll.

Wenn Schmerzen län gerfristig bestehen, is t davon auszu gehen, daß bereits ein Chron ifizierungsgrad II oder III (Main zer Stadieneinteilung) vorlieg t. In diesen Fällen is t eine rein som atische (= körper liche) Behandlung kaum meh r ausreichend, son dern es müssen zusä tzlich schmerzpsychologische Interventionen er folgen, diese sind ambulant i.d.R. (noch) nicht erhältlich, mangels weitergebildeter Therapeuten. Ein weiteres, wichtiges  Argument, eine hartnäckige, chronische Arthralgie stationär in  einer Schmerzklinik zu behandeln.

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, u.a.:

Auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V bieten wir Mitgliedern gesetzlicher Krankenkassen Rehabilitationsbehandlungen an und Patienten mit privater Krankenkasse erhalten eine Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918. Die Klinik ist auch beihilfefähig. Teil weise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kos ten für eine stationäre Schmerztherapie.
Die Kostenübernahme muß aber zu vor (gilt auch für private Kassen o der Beihilfe) beantragt werden.

Wenn Sie Frag en haben oder ein anderes spezielles Schmerzthema suchen, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir in formieren Sie prompt. Wir haben über 700 Themen im Internet, diese können wir hier aber nicht alle auflisten.

Infos (z.B. Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0 * Fax: +49 (0) 7931 - 545-131

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Impressum Aktualisiert:>15.01.2010</>